
Penisdame
Diabas 129 x 22 x 14 cm
Die Skulptur „Penisdame“ zeigt eine weibliche Figur in einer Pose extremer körperlicher Spannung: Eine Frau in kurzen Hosen und hochhackigen Schuhen neigt sich tief nach vorn, die Arme gestreckt, die Hände fest an den Füßen. In dieser Beugung verschmelzen die Konturen des weiblichen Körpers zu einer neuen, unverkennbaren Gesamtsilhouette – einem monumentalen Phallussymbol. Der ehemalige Grabmalsockel wird hier in ein Zeichen des Lebens und der Zeugungskraft transformiert.
Das Werk spielt mit der Vereinigung der Geschlechterpole und macht das Prinzip der Schöpfung unmittelbar greifbar, in dem männliche und weibliche Energien untrennbar ineinanderfließen. Die weibliche Figur bildet in ihrer vollkommenen Form die männliche Kraft nach und wird so zu einem zeitgenössischen Fruchtbarkeitssymbol.
Im Zentrum der Skulptur steht der kostbare Augenblick der Hingabe. Es ist jener Moment, in dem die bewusste Entscheidung zur Öffnung und Dehnung eine neue Realität erschafft. Diese Hingabe ist hier kein Zeichen von Schwäche, sondern ein Akt höchster Souveränität. Wie in Casanovas Versen beschrieben, wird hier nichts dem Zufall überlassen: Die Figur beherrscht ihre Pose und ihren Körper vollkommen. In diesem einen Augenblick, in dem sie sich den eigenen Füßen entgegenstreckt, hebt sie die Grenzen zwischen den Geschlechtern sowie zwischen Leben (Fruchtbarkeit) und Tod (Grabstein) auf.
„Dans ce que j’entreprends je ménage avec art
Les revers et la réussite,
En dépit de mon sort je règle ma conduite,
Je ne donne point au hasard.
Pour qui j’aime mon coeur n’est jamais un abîme,
A qui j’aime toujours j’en ouvre les trésors,
En grâce de mes soins, pour prix de mes efforts
Je néglige l’amour et n’en veux qu’à l’estime.“
Giacomo Casanova