
Vater und Sohn
Diabas / Stahl 170 x 60 x 20 cm
Aus Fragmenten – Diabas-Bruchstücken, verrosteten Stahlfundstücken und den groben Zähnen von Baggerschaufeln – formt sich ein liegender Skeletttorso. Die massiven Baggerzähne visualisieren hier die Wirbelsäule eines vergangenen Lebens.
Ein besonderes Detail findet sich am Oberarm des Torsos: Auf einem Bruchstück, das ursprünglich Teil eines Grabsteins war, ist noch der Name „Jesus“ zu lesen. Es ist der Rest eines Bibelverses – ein Hinweis auf Erlösungshoffnung oder die Endgültigkeit des Abschieds.
Die Skulptur fordert den Betrachter heraus. Sie ist kein fertiges Bild, sondern eine Aufforderung die unverbundenen Teile gedanklich zu einer Gestalt zu vervollständigen. In diesem Prozess des Formens nimmt er die Position des Vaters bzw. des Schöpfers ein. In seinem Blick setzt er die Fragmente zusammen, gibt den leblosen Materialien eine menschliche Gestalt und füllt die Leere zwischen den Knochen aus Stahl und Stein mit eigener Erinnerung und Empathie.
Es entsteht ein stiller Dialog über das Erbe, den Verlust und die schmerzhafte Aufgabe, ein Bild über den Tod hinaus zu bewahren.
Was bleibt übrig, wenn der Körper zerfällt? Nur das, was wir im Geiste wieder zusammensetzen.
Nicht dass jemand den Vater gesehen hätte; nur der, der von Gott ist, der hat den Vater gesehen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer glaubt, der hat das ewige Leben. (Johannes 6, 46-47)