
vorne: Tokyo Elektric Power Co. Inc. 20.2.2011- 20.5.2011
hinten: Solarwolrd 20.2.-20.5.2011
Holz
vorne: 400 x 192 x 6 cm
hinten: 400 x 270 x 6 cm
Diese beiden Plastiken visualisieren ein Beben, das weit über die Börsenkurse hinausging. Sie dokumentieren die Aktienverläufe von Solarworld und Tokyo Electric Power Co. Inc. (TEPCO) im Frühjahr 2011.
Im Zentrum steht der 11. März 2011: Der Moment der Nuklearkatastrophe von Fukushima. Die hölzernen Kurven zeigen diesen Augenblick als radikale Zäsur und moralischen Wendepunkt. Die Aufständerung der Bohlen markiert jenen Sekundenbruch des Umdenkens, in dem die TEPCO-Aktie ins Bodenlose stürzte, während Solarworld zum Symbol einer neuen Hoffnung emporstieg. Es war der Moment, in dem die Vernunft über den Profit zu triumphieren schien.
Doch 15 Jahre später offenbart die Installation eine bittere Ironie. Während die Solarworld-Aktie längst wertlos ist und TEPCO sich ökonomisch konsolidiert hat, zeigt sich die menschliche Vergesslichkeit: Neue AKW-Pläne werden diskutiert, als seien die Gefahren der Strahlung und Endlagerung gelöst.
Die Skulptur macht das Paradoxon greifbar: Der Moment des Umdenkens war flüchtig wie ein Börsenkurs – die radioaktive Strahlung hingegen bleibt eine physikalische Ewigkeit.
Die hölzernen Linien stehen als Mahnmal für ein Handeln, das den kurzfristigen ökonomischen Erfolg über die langfristige Vernunft stellt. Es ist ein Werk über die Flüchtigkeit der Angst und die Beständigkeit des Kapitals.